
Viele Menschen kommen in meine Praxis, weil sie sich dauerhaft erschöpft fühlen. Nicht nur müde oder überarbeitet, sondern innerlich ausgelaugt. Selbst nach ausreichend Schlaf stellt sich keine echte Erholung mehr ein. Die Belastbarkeit sinkt, Konzentration und Motivation lassen nach, der Alltag wird zunehmend anstrengend.
Oft fällt in diesem Zusammenhang der Begriff Burnout. Doch unabhängig von der genauen Bezeichnung berichten Betroffene meist über dasselbe Grundgefühl:
Der Körper kommt nicht mehr in die Regeneration.
In solchen Situationen stellt sich die Frage, welche Faktoren zu dieser Erschöpfung beitragen – und wie der Körper sinnvoll unterstützt werden kann. Neben einer ganzheitlichen Betrachtung von Lebensstil, Stressbelastung, Schlaf, Darmgesundheit und Nährstoffversorgung kann auch die Infusionstherapie bei Erschöpfung und Burnout eine unterstützende Rolle spielen.
Inhaltsverzeichnis
Erschöpfung und Burnout – ein Zustand chronischer Überforderung
Wenn Belastung zur Dauerbelastung wird
Erschöpfungszustände entstehen in der Regel nicht plötzlich. In der Praxis zeigt sich häufig ein schleichender Prozess, bei dem der Körper über längere Zeiträume hinweg gefordert war – ohne ausreichende Erholungsphasen.
Typische Beschwerden sind unter anderem:
- anhaltende Müdigkeit trotz Schlaf
- das Gefühl, „nicht mehr aufzutanken“
- verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- emotionale Erschöpfung oder Reizbarkeit
- erhöhte Infektanfälligkeit
Diese Symptome sind unspezifisch, haben jedoch oft gemeinsame physiologische Hintergründe.
Was im Körper bei chronischer Erschöpfung passiert
Stress, Nervensystem und Regulationsfähigkeit
Dauerhafter Stress beeinflusst das autonome Nervensystem. Der Körper bleibt in einem Zustand erhöhter Aktivierung, regenerative Prozesse treten in den Hintergrund. Der Parasympathikus – zuständig für Erholung, Verdauung und Regeneration – kommt nicht mehr ausreichend zum Zug.
Aus naturheilkundlicher Sicht kann dies dazu führen, dass:
- Schlaf nicht mehr erholsam wirkt
- Verdauung und Nährstoffaufnahme beeinträchtigt sind
- Entgiftungs- und Reparaturprozesse eingeschränkt ablaufen
Erhöhter Verbrauch von Mikronährstoffen
Chronische Belastung geht häufig mit einem erhöhten Verbrauch bestimmter Mikronährstoffe einher. Dazu zählen insbesondere:
- B-Vitamine
- Magnesium
- antioxidative Substanzen
- Vitamin C
Gleichzeitig kann die Aufnahme über den Darm eingeschränkt sein – etwa durch Stress, Entzündungen oder funktionelle Störungen.
Zellenergie und Mitochondrien – ein oft übersehener Faktor
Warum Energie nicht gleich Energie ist
Erschöpfung bedeutet nicht zwangsläufig, dass dem Körper „Energie fehlt“ im Sinne von Kalorien. Vielmehr kann die Fähigkeit der Zellen, Energie bereitzustellen, eingeschränkt sein.
Die Mitochondrien – die „Kraftwerke der Zellen“ – reagieren sensibel auf:
- oxidativen Stress
- chronische Entzündungsprozesse
- Nährstoffmängel
Ist die mitochondriale Funktion beeinträchtigt, kann sich dies in Form von Erschöpfung, Leistungsabfall und verminderter Regeneration zeigen.

Warum Infusionstherapie bei Erschöpfung sinnvoll sein kann
Grenzen der oralen Versorgung
In vielen Fällen versuchen Betroffene, ihre Erschöpfung mit Nahrungsergänzungsmitteln zu kompensieren. Das kann sinnvoll sein, stößt jedoch bei chronischer Belastung häufig an Grenzen.
Mögliche Gründe:
- eingeschränkte Resorption im Darm
- unzureichende Dosierungen
- hoher Verbrauch bei Stress
Vorteile der intravenösen Gabe
Bei einer Infusion gelangen ausgewählte Substanzen direkt in den Blutkreislauf. Der Verdauungstrakt wird umgangen, sodass die Wirkstoffe dem Körper unmittelbar zur Verfügung stehen.
Aus naturheilkundlicher Sicht kann die Infusionstherapie bei Erschöpfung daher eine gezielte, zeitlich begrenzte Unterstützung darstellen – insbesondere dann, wenn der Körper stark beansprucht ist.
Welche Infusionen kommen bei Erschöpfung und Burnout in Betracht?
Bei Erschöpfungszuständen und Burnout gibt es keine einheitliche Infusionslösung. Welche Infusionen in Betracht kommen, hängt immer von der individuellen Belastungssituation, den bestehenden Beschwerden und dem gesamten gesundheitlichen Kontext ab.
In der naturheilkundlichen Praxis werden Infusionen daher nicht schematisch eingesetzt, sondern gezielt ausgewählt, um den Körper in Phasen erhöhter Beanspruchung sinnvoll zu unterstützen.
B-Vitamine und Vitamin B12
B-Vitamine sind essenziell für:
- das Nervensystem
- den Energiestoffwechsel
- psychische Belastbarkeit
In der Praxis zeigt sich, dass bei chronischer Erschöpfung häufig ein erhöhter Bedarf besteht. Vitamin B12 spielt dabei eine besondere Rolle, da es unter anderem an der Zellteilung, Blutbildung und Nervenfunktion beteiligt ist.
Eine Vitamin-B12-Infusion kann in bestimmten Situationen unterstützend eingesetzt werden – immer individuell abgestimmt.
Antioxidantien bei Erschöpfung
Oxidativer Stress als Belastungsfaktor
Chronischer Stress geht häufig mit erhöhtem oxidativem Stress einher. Dabei entstehen vermehrt freie Radikale, die die körpereigenen Schutzsysteme beanspruchen.
Antioxidantien können helfen, diese Belastung abzufedern.
Glutathion und Alpha-Liponsäure
Glutathion gilt als eines der zentralen Antioxidantien des Körpers und spielt eine wichtige Rolle bei intrazellulären Entgiftungsprozessen. Alpha-Liponsäure ergänzt diese Wirkung durch ihre Fähigkeit, sowohl wasser- als auch fettlöslich zu wirken.
In der naturheilkundlichen Praxis können entsprechende Infusionen bei Erschöpfung situationsabhängig eingesetzt werden – immer im Kontext des Gesamtbildes.
Welche Rolle Antioxidantien wie Glutathion und Alpha-Liponsäure bei Erschöpfung spielen können, habe ich in einem separaten Beitrag ausführlich erläutert: Antioxidantien per Infusion – Alpha-Liponsäure und Glutathion in der naturheilkundlichen Praxis
Weiterführende Informationen zu antioxidativen Schutzsystemen und oxidativem Stress finden sich unter anderem beim IMD Labor Berlin.
Vitamin C bei Stressbelastung

Vitamin C ist nicht nur für das Immunsystem von Bedeutung, sondern spielt auch eine wichtige Rolle bei der Regulation von Stressreaktionen im Körper. Unter körperlicher oder psychischer Belastung steigt der Verbrauch von Vitamin C deutlich an, da es unter anderem an der Funktion der Nebennieren und an antioxidativen Schutzmechanismen beteiligt ist.
In Phasen anhaltender Stressbelastung kann es daher zu einem relativen Mehrbedarf kommen, der über die Ernährung allein nicht immer ausreichend gedeckt wird. Eine Vitamin-C-Infusion kann in solchen Situationen dazu beitragen, den Körper gezielt zu unterstützen, indem das Vitamin unmittelbar zur Verfügung gestellt wird. Sie ersetzt jedoch weder die Ursachenklärung noch grundlegende Maßnahmen wie Stressreduktion, ausreichende Erholung oder eine ausgewogene Lebensweise.
Infusionstherapie ist kein Ersatz für Ursachenarbeit
Ein wichtiger Punkt ist mir besonders wichtig:
Die Infusionstherapie bei Erschöpfung und Burnout ist keine alleinige Lösung.
In meiner Praxis beziehe ich immer auch folgende Aspekte mit ein:
- Schlafqualität
- Stressoren im Alltag
- Darmgesundheit
- Ernährungsgewohnheiten
- emotionale Belastungen
Erst aus diesem Zusammenspiel ergibt sich ein nachhaltiger Ansatz.
INFO: Warum aus naturheilkundlicher Sicht eine nachhaltige Unterstützung immer bei den Ursachen ansetzt, erläutere ich ausführlich im Beitrag Ganzheitliche Gesundheit: Warum Heilung bei den Ursachen beginnt
Ablauf einer Infusionstherapie bei Erschöpfung
Vor einer Infusion erfolgt ein ausführliches Gespräch, in dem wir klären:
- welche Beschwerden bestehen
- wie lange sie bereits anhalten
- welche Belastungsfaktoren vorliegen
- welches Ziel verfolgt wird
Die Infusion selbst dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten und erfolgt in ruhiger Atmosphäre.
Für wen kann eine Infusionstherapie bei Erschöpfung sinnvoll sein?
Aus naturheilkundlicher Sicht kann eine Infusionstherapie unter anderem für Menschen in Betracht kommen, die:
- sich dauerhaft erschöpft fühlen
- unter chronischer mentaler oder körperlicher Belastung stehen
- trotz Schlaf keine echte Regeneration verspüren
- sich in einer Phase erhöhter Beanspruchung befinden
Ob sie im individuellen Fall sinnvoll ist, lässt sich jedoch nur im persönlichen Gespräch klären.
Weitere Informationen zur Infusionstherapie in meiner Naturheilpraxis in Witten

Mein Ansatz in der Praxis
Erschöpfung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist häufig ein Signal des Körpers, dass Ressourcen über längere Zeit erschöpft wurden. Infusionstherapien können eine ergänzende Unterstützung darstellen – verantwortungsvoll eingesetzt und individuell abgestimmt.
Gerne bespreche ich mit euch, ob und in welcher Form eine Infusionstherapie bei Erschöpfung in eurer Situation sinnvoll sein kann. Termine sind ggf. auch kurzfristig und am Wochenende möglich. Sprecht mich einfach an!
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Häufige Fragen zur Infusionstherapie bei Erschöpfung und Burnout
Kann eine Infusionstherapie bei Erschöpfung wirklich helfen?
In der naturheilkundlichen Praxis wird nicht von „Heilung“, sondern von Unterstützung gesprochen. Eine Infusionstherapie bei Erschöpfung und Burnout kann in bestimmten Situationen dazu beitragen, den Körper gezielt mit ausgewählten Nährstoffen zu versorgen, wenn ein erhöhter Bedarf besteht oder die Aufnahme eingeschränkt ist.
Wie schnell spürt man eine Veränderung nach einer Infusion?
Das Empfinden nach einer Infusion ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Menschen berichten von einem veränderten Wohlbefinden, andere nehmen zunächst keine direkten Veränderungen wahr. Infusionstherapien sind keine Akutmaßnahme, sondern Teil eines ganzheitlichen Ansatzes.
Wie oft wird eine Infusionstherapie bei Erschöpfung durchgeführt?
Die Häufigkeit hängt von der individuellen Situation, der Belastung und dem therapeutischen Ziel ab. In manchen Fällen kann eine einzelne Infusion ausreichend sein, in anderen Situationen kann eine zeitlich begrenzte Serie sinnvoll erscheinen. Pauschale Empfehlungen sind hier nicht sinnvoll.
Sind Infusionstherapien bei Burnout für jeden geeignet?
Nicht jede Infusion ist für jede Person geeignet. Vorerkrankungen, aktuelle Beschwerden und individuelle Besonderheiten müssen berücksichtigt werden. Deshalb erfolgt vor jeder Infusion eine sorgfältige Anamnese und Abwägung.
Ersetzen Infusionen andere Maßnahmen wie Schlaf oder Stressreduktion?
Nein. Eine Infusionstherapie bei Erschöpfung und Burnout ersetzt weder ausreichend Schlaf noch Stressreduktion oder eine ausgewogene Ernährung. Sie kann jedoch ergänzend eingesetzt werden, wenn der Körper in einer Phase erhöhter Belastung zusätzliche Unterstützung benötigt.
Gibt es Situationen, in denen eine Infusionstherapie bei Erschöpfung und Burnout nicht sinnvoll ist?
Ja, es gibt Situationen, in denen eine Infusionstherapie bei Erschöpfung und Burnout nicht oder nur eingeschränkt sinnvoll ist. Wenn die Erschöpfung überwiegend durch akute psychische Belastungen, ungelöste Konflikte oder fehlende Erholungsphasen entsteht, kann eine Infusion allein keine nachhaltige Wirkung entfalten. In solchen Fällen steht zunächst die Stabilisierung des Alltags, Stressreduktion und gegebenenfalls eine weitere medizinische oder psychotherapeutische Abklärung im Vordergrund. Eine Infusionstherapie kann dann frühestens ergänzend in Betracht gezogen werden.